Geschichte

Logo Ev. Kirchengemeinde BüderichDas Logo der ev. Kirchengemeinde Büderich wurde 1990 von Prof. Kurt Wolff entwickelt und greift Darstellungen von alten Gemeindesiegeln auf. Es zeigt König David mit der Harfe.

Geschichtliches

Die Ursprünge der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich liegen im Jahr 1524, als der Lutherschüler Adolphus Clarenbach in der Stadt Büderich erstmals evangelisch predigte. Von 1675 bis zur Zerstörung von Alt-Büderich im Jahr 1813 durch napoleonische Truppen nutzten evangelische und römisch-katholische Christen gemeinsam eine Kirche. Verschiedene Besatzungsmächte (Spanier, Niederländer, Franzosen, Preußen) und Flüchtlinge prägten mit ihrer jeweiligen Konfession das ohnehin schon konfliktreiche konfessionelle Zusammenleben in Büderich.

Die Kirchengemeinde war ursprünglich lutherisch geprägt. Als erster Pfarrer von Büderich wurde 1557 Cornelius Gerhardi/Gerritz o.ä. ernannt. Es wird vermutet, dass der Rat der Stadt Burick 1567 die Reformation einführte. 1573 organisierte sich der reformierte Klevische Synodalverband. Büderich wird seitdem als intakte reformierte Gemeinde mit heimlichem Hausgottesdienst erwähnt. Ab 1603 ist Büderich Mitglied der klevischen Synode. Seit dieser Zeit ist das reformierte Bekenntnis mit dem Heidelberger Katechismus festgeschrieben. An der ersten reformierten Generalsynode in Duisburg im Jahr 1610 war die Kirchengemeinde durch den klevischen Adjuncten Berhadus Brantius vertreten. Diese Synode gilt als Geburtsstunde der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Seit 1822 hat die Evangelische Kirchengemeinde Büderich eine eigene Kirche im neu erbauten Büderich, die der preußische Baumeister K. F. Schinkel geplant hat. Die Gemeinde unterhielt bis Mitte des vorigen ahrhunderts eine evangelische Schule.

Während des Dritten Reiches gab es in Büderich mit Hans Heinrich Will einen Pfarrer der „Bekennenden Kirche“. Die Gemeinde war aufgespalten in Mitglieder der „Deutschen Christen“ und Mitglieder der „Bekennenden Kirche“. Die einzige jüdische Familie am Ort, Familie Herz, wurde gedemütigt, diskriminiert und entrechtet. Sie verließ 1939 ihr Haus und wurde später von den Nationalsozialisten ermordet. Eine 2001 errichtete Gedenktafel erinnert an ihr Schicksal. In Büderich gab es nach Kriegsende ein Auffanglager mit über 80.000 Kriegsgefangenen auf freiem Feld.

Nach 1945 vergrößerte sich die Kirchengemeinde durch den Zuzug von Flüchtlingen, die vereinzelt auch nach Ginderich zogen. Der 1928 gegründete Kirchenchor wurde nach dem Krieg 1947 wieder gegründet. 1999 fusionierte er mit dem katholischen Chor zum ökumenischen
Kirchenchor. 1951 gründete sich die Evangelische Frauenhilfe Büderich. Ab 1963 unterhielt die Kirchengemeinde eine Pfarrbücherei, die von 1985 bis 2008 als Evangelische-öffentliche Bücherei geführt wurde. 1966 wurde das Adolph-Clarenbach-Haus als evangelisches Gemeindezentrum gebaut. 1970 gründete sich der Seniorenkreis.

Im Jahr 1975 wurde die Kommunalgemeinde Büderich nach Wesel eingemeindet. Die Evangelische Kirchengemeinde hat sich trotz Kommunalreform dazu entschlossen, Kirchengemeinde im Evangelischen Kirchenkreis Kleve zu bleiben.
Seit 1989 wird ein Gemeindebrief herausgegeben, der vierteljährlich erscheint.

Durch diverse Neubaugebiete vergrößerten sich nicht nur die Ortschaften, sondern auch die Kirchengemeinde. Insbesondere nach 1990 gab es einen starken Gemeindemitgliederzuwachs im Ortsteil Ginderich. Insgesamt vergrößerte sich die Gemeinde von ca. 980 Gemeindemitgliedern im Jahr 1990 auf 1.520 Gemeindemitglieder im Jahr 2005. Inzwischen sind aufgrund der stagnierenden Bautätigkeit und vieler Wegzüge die Zahlen mit 1.396 (30.06.2011) Gemeindemitgliedern wieder deutlich rückläufig.

1990 wurde der Eine-Welt-Laden Büderich als ökumenisches Projekt gegründet. Ebenfalls 1993 wurde die Evangelische Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“ in Büderich eröffnet, die seit 2004 auch Kinder mit Behinderungen und seit 2009 Kinder unter drei Jahren betreut. Die Schulkindbetreuung musste aufgrund gesetzlicher Vorgaben 2010 eingestellt werden. 2010 wurde die Kindertagesstätte vollständig umgebaut. Ab 2012 beginnt die Zertifizierung zum Evangelischen Familienzentrum.

1993 entstand die diakonische Einrichtung „Die Brücke – Kleider von Hand zu Hand“. Von 1993 bis 1999 wurde die Kirche aufwändig saniert. Das Gemeindehaus wurde 2005 grundlegend saniert und 2010 behindertengerecht umgebaut.

2009 wurde in Kooperation mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ein Netzwerk für Menschen ab dem 55. Lebensjahr aufgebaut.

Bedingt durch die Pfarrstellenrahmenkonzeption des Evangelischen Kirchenkreises Kleve und der damit verbundenen Neubewertung aller Pfarrstellen beträgt der Gemeindeanteil der Pfarrstelle ab 2011 nur noch 75 %. Diese Regelung gilt zunächst bis 2015.